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Islam, Tradition und Integration
Köktaş, M. Emin
Köktaş, M. Emin
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Integration ist ein reziproker Prozeß. Er beschreibt die gegenseitige Annäherung und Öffnung der Kulturen. In diesem Prozeß dürfen die Partner der Integration ihre eigene Identität nicht verlieren. Dabei kann jedoch die Integrationsstrategie überdacht bzw. geändert und diesbezüglich neue Methoden entwickelt werden. Wenn die Parteien der Integration von ihren Standpunkten um keinen Preis abgehen, sich nicht bewegen oder ändern – was soziologisch kaum möglich ist- kann nicht von Integration gesprochen werden. Wenn eine Seite von der anderen die Aufgabe ihrer Identität erwartet, kann ebenso wenig von Integration sprechen, handelte es sich doch um Assimilation. Von Assimilation spricht man, wenn eine Seite eigene Identität ganz aufgibt. Assimilation ist eine Besonderheit der totalitären Regime, die das Anderssein bzw. Differenzierungen nicht tolerieren und das Ziel haben, Menschen gleichen Typus’ zu schaffen. In den modernen, freiheitlichen, pluralistischen und demokratischen Gesellschaften geht es nicht um Assimilation, sondern stets um Integration. Denn diese Gesellschaften fördern und dulden das Anderssein der Menschen. Pluralismus verliert dagegen an Bedeutung, wenn es kein Anders- bzw. Unterschiedlichsein mehr geben darf. Deswegen ist Differenzierung ein typisches Merkmal der modernen Gesellschaft.
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Topic
Type
Article
Date
2008
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